Finanzielle Hilfen für Eltern

Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus fordern die Bevölkerung heraus – vor allen Dingen Eltern in Bezug auf Betreuung der Kinder. Diese werden mit dieser doppelten Belastung leider oft übersehen.
Viele müssen aufgrund der Schul- und Kitaschließungen kurzfristig der Arbeit fernbleiben – ein Ende ist momentan noch nicht in Sicht. Die Folge für alle ist ein drohender Verdienstausfall. Davon betroffen sind vor allem die Frauen, aber Väter gehören auch immer mehr dazu.


Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bingen weist darauf hin, dass der Bundestag am 25. März das Infektionsschutzgesetz dahingehend geändert hat, dass in diesem Fall finanzielle Hilfen angeboten werden. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erläutert die geplante Gesetzesänderung:
Wer wegen Schul- oder Kitaschließung die eigenen Kinder betreuen muss und nicht zur Arbeit kann, soll gegen übermäßige Einkommenseinbußen abgesichert werden. Dafür wird das Infektionsschutzgesetz angepasst. Eltern erhalten demnach eine Entschädigung von 67 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens (maximal 2.016 Euro) für bis zu sechs Wochen. Die Auszahlung übernimmt der Arbeitgeber, der bei der zuständigen Landesbehörde einen Erstattungsantrag stellen kann.
Voraussetzung für eine Entschädigung ist, dass die erwerbstätigen Eltern Kinder unter 12 Jahren zu betreuen haben, weil eine Betreuung anderweitig nicht sichergestellt werden kann, dass Gleitzeit- beziehungsweise Überstundenguthaben ausgeschöpft sind.

Außerdem müssen Großeltern, die zur Risikogruppe gehören nicht zur Betreuung herangezogen werden.

Der Antrag ist beim zuständigen Landesamt für Soziales in Landau zu stellen. Der Arbeitgeber bekommt die Erstattung von dort.
https://lsjv.rlp.de/de/unsere-aufgaben/gesundheit/oeffentliches-gesundheitswesen/aufgaben-nach-dem-infektionsschutzgesetz/

Gesetzesgrundlage ist  § 56 Abs 1.a Abs. 2 Satz 4 , Absatz 5 IFSG.


Eltern sind auch Teil der Wirtschaft. Daher begrüße ich es sehr, dass diese auch finanzielle Hilfen während Covid-19 erhalten können.
Es sind keine “Corona-Ferien, diese Unterstützung kann für manche Familien ein guter Weg sein, den Betreuungsnotstand zu lösen.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie die Zeit gesund überstehen. Dazu gehört für mich auch die Möglichkeit finanzielle Unterstützung zu beantragen. Ich hoffe Sie gestalten diese Zeit gleichberechtigt, mehrere Schultern können dies zusammen besser tragen.

Mit freundlichen Grüßen Ihre

Katharina Lindner

Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bingen